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Religion

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Fachkollegium ReligionFachkollegium Religion„Die Menschen, die auf der Suche sind, sind ungefährlich; die Menschen, die fertige Antworten auf alles parat haben und alles wissen, sind mit Vorsicht zu genießen." (Sinngemäß nach Sir Peter Ustinov)

Der Religionsunterricht versteht sich in diesem Sinne also als Suche. Wir sollen lernen zu fragen und wir sollen lernen auf die Suche zu gehen; auf die Suche nach Antworten auf Fragen, die uns selbst, unser Miteinander und Dinge, die wir nicht (be-)greifen können, betreffen. Man soll hinterfragen und sich nicht einfach mit gewissen Dingen zufrieden geben. Warum ist das so? Wie sehe ich persönlich das eigentlich? Lässt sich das mit meinen Meinungen vereinbaren?

Insofern ist Thema im Religionsunterricht all das, was den Menschen unbedingt angeht. Zum Beispiel wird in der Mittelstufe darüber diskutiert, wie Liebe, Freundschaft und Sexualität in verschiedenen Religionen (wie im Buddhismus, Hinduismus, Islam oder in diversen Freikirchen) gesehen werden, wie die unterschiedlichen Religionen zum Thema Tod stehen und ob es für sie ein Leben nach dem Tod oder sogar Wiedergeburt gibt. Es wird sich durchaus auch mit Sekten (Scientology etc.) auseinandergesetzt.

Um den Schülern das Gelernte über die Religionen stärker zu vergegenwärtigen, werden häufig auch Exkursionen unternommen, die die jeweilige Thematik vertiefen und veranschaulichen. Diese Exkursionen ermöglichen die Begegnung mit Menschen, die ihren Glauben leben, schaffen Raum für individuelle Erfahrungen vor Ort.

Ich habe mit meinem Religionskurs einen Ausflug ins Tibetische Zentrum in Hamburg unternommen. Dort hat ein Mönch uns von dem Buddhismus erzählt und wir konnten ihm Fragen stellen. Dadurch habe ich die Feststellung gemacht, dass auch Menschen, die einer ganz bestimmten Religion folgen, durchaus auch ihre eigenen Meinungen haben, die in einzelnen Punkten den Lehrmeinungen der Religion widersprechen. Häufig neigt der Mensch dazu, alles über einen Kamm zu scheren. So dachte ich von Buddhisten häufig, dass sie sehr bunte und eher weite Kleidung tragen und mit viel Schmuck behangen sind.

Der Mönch, mit dem wir gesprochen haben, war mit einem schlichten grauen Anzug bekleidet. Man hat ihm also nicht gerade an der Nasenspitze angesehen, dass er Buddhist ist.

Im Religionsunterricht spielt natürlich auch die christliche Tradition eine wichtige Rolle, es geht in gewissen Zusammenhängen auch darum, Bibeltexte zu interpretieren und unterschiedliche Auslegungsmöglichkeiten zu erarbeiten und kennen zu lernen. Es ist keinesfalls das Ziel, Schüler zu „bekehren", ihnen also vorzuschreiben, welche Religion die richtige ist. Dies ist hilfreich um sich selbst zu „formen", um reifer zu werden. Es hilft das Weltgeschehen differenzierter zu betrachten. So ist auch ein zentrales Lernziel des Unterrichts Toleranz, weil im Religionsunterricht die Chance besteht, dass wir, ob nun religiös orientiert oder nicht, miteinander ins Gespräch kommen können. Es geht dabei darum zu lernen, sich mit anderen Meinungen auseinander zu setzen und auch den eigenen Standpunkt kritisch zu hinterfragen.

In Rückgriff auf die neuen Rahmenpläne für den Religionsunterricht benenne ich nun noch einmal zusammenfassend weitere Ziele und Chancen des Unterrichts:

Der Religionsunterricht

  • befähigt zum mündigen Verhalten in gesellschaftlichen und politischen Kontroversen;
  • fördert die Identitätsentwicklung; vermittelt religiöse Traditionen als Element europäischer Kultur unter besonderer Berücksichtigung der christlichen Tradition;
  • stärkt die interkonfessionelle und interreligiöse Dialogbereitschaft und Dialogfähigkeit der Jugendlichen;
  • unterstützt die Jugendlichen bei der Ausbildung und Vergewisserung eigener religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen;
  • thematisiert die Frage nach dem, was Menschen angeht und sie in ihrem Leben trägt;
  • nimmt in den Erfahrungs- und Verstehenshorizont die Frage
  • nach dem Sinn des Lebens;
  • nach Liebe und Wahrheit;
  • nach Gerechtigkeit und Frieden;
  • nach Kriterien und Normen für verantwortliches Handeln auf.

Katharina Stintmann