Psychologie
Natürlich driften die Meinungen zu dem Fach Psychologie wie bei jedem anderen Fach auch auseinander, doch kann mir selbst der Naturwissenschaftler mit der rationalsten Überzeugung nicht erzählen, dass es da diese kleinen Momente im Unterricht gibt, wo jeder kurz aber gespannt zuhört. Und zwar nicht, weil es "Schule" ist, weil man sonst den Stoff nicht verfolgen kann, nein, weil man sich selber wiederfindet, weil man über Dinge spricht, über die man vielleicht mal am Rande nachgedacht hat, die man ganz nebenbei gefühlt oder getan hat, was man aber sofort wieder verworfen oder vergessen hat.
Psychologie ist schon kurz nach Beginn der elften Klasse zu dem Fach geworden, für das ich mich am meisten begeistere, und zwar weil man, wenn man will, viel über sich selbst, andere Menschen und zwischenmenschliche Beziehungen generell lernen kann.
Nach einer anfänglichen Begriffsklärung im ersten Halbjahr, zum Beispiel über psychische Erkrankungen oder Psychosen, beschäftigten wir uns mit der allgemein bekannten Psychoanalyse Siegmund Freuds, aber nicht (nur) um als glühender Freudianer jeden und alles, was er tut, zu analysieren, sondern auch, um diese Theorie kritisch zu beleuchten. Nun sind wir, nach einem Buch über eine Kinderpsychotherapie, am Ende der elften Klasse bei dem Thema "Traum und Traumanalyse" und auch hier, so wie bei der vorher behandelten Psychoanalyse, gibt es diese Phänomene:
Dass die Schüler plötzlich anfangen über sich zu erzählen, dass die ganze Klasse plötzlich ruft: „Genau, das kenne ich auch !" und man, ohne es zu merken, in die Diskussion mit einsteigt, seine Argumente, seine Ideen und Vorschläge zum Ausdruck bringen will, egal wie müde man ist, egal ob es die ersten zwei Stunden sind oder ob es schon zur Pause geklingelt hat. Mich fesselt dieser irgendwie „menschliche" Unterricht, ohne Druck oder Zwänge, was nicht zuletzt natürlich auch an unserer Lehrerin Frau Schüler liegt. Doch auch die Schüler des Kurses von Frau Hubert zeigen sich größtenteils begeistert und viele hätten sich unter ihrer Leitung einen Leistungskurs gewünscht, was aber leider nicht möglich war.
Aber wer den Grundkurs in Stufe 12 gewählt hat, kann wieder interessante Themen erwarten: Begleitend zu den Hauptthemen Angst, Entwicklungspsychologie und verschiedene Ansätze von Therapieformen wird viel gelesen, z.B. "Grundformen der Angst" von Fritz Riemann oder „Die psychische Geburt des Menschen" von Margret Maler.
So bin ich gespannt und freue mich auf zwei weitere Jahre Psychologie...
Amrisha Uriep
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