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Naturwissenschaften

Einer unserer 2004 neu eingerichteten Chemie-FachräumeEiner unserer 2004 neu eingerichteten Chemie-FachräumeEin Rückblick oder die späte Beichte eines Kollegen, der für gewisse Verhaltensweisen von Schülern viel mehr Verständnis hat, als er manchmal zugibt ...

Sicherlich werden sich viele unserer Ehemaligen noch an Wilhelm Studt, Diethelm Rieboldt, Theodor Claussen, Teunis Konings, Robert Beug (oder war es sein Bruder?) und Alfred Skupin erinnern. Richtig, das sind die verdienten Sammlungsleiter der Biologie, der Chemie und der Physik aus der „guten, alten Zeit", soweit ich sie noch als Schüler oder teilweise dann später als Kollege miterlebt habe. Nicht vergessen darf man bei so einem Rückblick natürlich die so unterschiedlichen Laboranten, Herrn Ahft (er bastelte aus Nachkriegsschrott die tollsten Geräte), Herrn Schlömpp (der gelernte Heizungsmonteur, der sogar Versuche für uns aufbaute) und Herrn Bukowski (der Mann, der alles besorgen konnte und die Werkstatt manchmal in eine Art Firma für Schiffsausrüstungen verwandelte).

Die Fachräume der Biologie befanden sich ursprünglich im Erdgeschoss des heutigen Südflügels, dort, wo in diesem Schuljahr 2004/05 die Klassen 6a, 6d, 10d und 11b untergebracht sind; da dieser Platz für die Bio-Sammlung aber nicht ausreichte, standen mehrere Schränke im nur notdürftig verschlossenen Kellerzugang, dem heutigen Treppenhaus zur Physik. Für alle Schüler, die das Amt des Biologieordners ergattert hatten, auf Grund ihrer „Schlüssel-gewalt" eine tolle Chance, die Pausen mit Freunden in den Katakomben der Schule bis in den Bereich unter der Volksschule hinein (unser heutiger Nordflügel) zu verbringen. (Schon zu der Zeit war die Schule nicht ganz „rauchfrei"! Wenn Herr Brühl das gewusst hätte.)

Der Bereich der Chemie war damals dort untergebracht, wo sich heute die Räume des Faches Arbeit und Technik und der Schulkindergarten befinden; man kann nur hoffen, dass beim Umbau der Schule Ende der 70er-Jahre alle Altlasten beseitigt wurden; wenn ich mir vorstelle, wie viele Versuche heute nur noch unter einem Abzug erlaubt sind und was wir früher sogar alles im Schülerpraktikum gemacht haben..., man fragt sich wirklich, wieso wir noch so fit sind. Aber es war schon toll, wenn dank unserer Mithilfe ein Versuch mal so richtig daneben ging, das gesamte Gebäude z.B. nach Schwefelwasserstoff „duftete", nur weil der verwendete Katalysator (Stahlwolle?) mit Schwefel verunreinigt (worden) war. Leider hat Willi Schröder die Wahrheit nie erfahren, oder vielleicht doch?

Dem Fachbereich Physik standen ursprünglich die heutigen Räume der Informatik und der Erdkunde im Obergeschoss des Südflügels zur Verfügung. Unvergessen sind die großen offen liegenden, mit Marmorfronten geschmückten Schalttafeln, in denen die Pole der mit bis zu 380V zu belegenden Spannungsquellen für jedermann frei zugänglich zu Mutproben herausforderten. Denn wenn mal etwas nicht klappte, wurde unser Vorbild, der damalige Laborant Herr Ahft (von Haus aus Elektriker) geholt, der dann zunächst die Finger anfeuchtete, um dann an eben diesen Polen streifend vorbei zu schlagen und dem verdutzten Kollegen mitzuteilen: „Saft liegt an!" Dabei behielt er bekanntlich die Zigarre im Mund. (Meistens hatte der betreffende Kollege dann nur vergessen, einen der zugehörigen mächtigen Hebel umzulegen.) Ein Messgerät aus dieser Schalttafel hat übrigens als Promillometer überlebt, nähere Auskünfte dazu erteilen Peter Esch und Thomas Krakau, ich wasche meine Hände natürlich (wie immer ...) in Unschuld, lade die beiden aber gern zu einer Funktionsprüfung des Geräts ein.

Vielleicht ist dies ja auch der richtige Augenblick, die Wahrheit darüber zu verbreiten, warum wir neue Physik-Fachräume benötigten: Bei dem berühmten Torricelli-Versuch zum Luftdruck (ca. 80cm Quecksilbersäule ...) wurde früher häufig so herumgeferkelt, dass es nun wirklich keinem Physiker mehr zuzumuten war, dort tagein tagaus noch zu unterrichten. (Damit jetzt nicht die Geographen, unsere Nachfolger dort, blass werden, neue Räume fordern bzw. zum Arzt laufen, möchte ich versichern, dass der damals offene Parkettfußboden ausgewechselt wurde).

Gemeinsam war allen drei Naturwissenschaften übrigens, dass in den schwarzen Verdunkelungsgardinen die Schnüre mit den Bleikugeln fehlten, weil es zu der Zeit mehrere Schüler gab, die diese 4mm-Geschosse dringend für ihre Katapulte benötigten.

Schüler bei computergestützten FahrbahnversuchenSchüler bei computergestützten FahrbahnversuchenMitte der 70er-Jahre war es dann endlich soweit: Dank intensiver Gespräche der damaligen Elternratsmitglieder in der Behörde („Wir gehen immer gleich in die 16. Etage") und dem Drängen der Schule wurde der Umbau des WdG genehmigt. Da die Stabilität der Wände des Schumacherbaus eine Aufstockung nicht zuließ, wurde trotz des enormen Aufwandes und der zusätzlichen Kosten die Idee entwickelt, ein Untergeschoss für die Naturwissenschaften in den Innenhof einzupassen. Wir müssen dem damaligen Architekten, Herrn Ostermann, bis heute dankbar sein, dass er so vorbildlich auf unsere Wünsche eingegangen ist und im Rahmen der behördlichen Vorgaben einen Fachtrakt geschaffen hat, um den uns viele Schulen beneiden und der auch noch heutigen Anforderungen genügt. Man kann es sich kaum vorstellen, wir waren wohl die letzte Schule, die bei so einer Renovierung aus dem Vollen schöpfen konnte. Sogar eine Plattform für astronomische Beobachtungen hat Herr Ostermann auf dem Dach des Südflügels planen und realisieren können; bis heute kommt das den Schülerinnen und Schülern unserer Astronomie-AG zu Gute. Alle späteren Umbauvorhaben an anderen Schulen wurden aufgrund von erstmals einsetzenden Sparmaßnahmen wesentlich reduziert.

Jede der Naturwissenschaften hat seit 1980 drei bzw. sogar vier eigene Unterrichtsräume und jeweils zwei ausreichend große Sammlungsräume. Die drei Fachbereiche Biologie, Chemie und Physik konnten sich darüber hinaus zusätzlich zwei Räume einrichten, in denen mit hochwertigen Computermesssystemen Schülerexperimente durchgeführt werden können.

Ja, liebe Ehemalige: Wieder Lust auf Schule bekommen? Ihr seid herzlich eingeladen, mit uns über das Schulbüro Termine für eine Besichtigung der Fachräume zu verabreden! Für die Biologie bitte mit Frau Angelika Bednarek, für die Chemie mit Frau Brigitte Kulbartz bzw. Herrn Niels Föh und für die Physik mit Herrn Olaf Menzel. Übrigens: eine Unterrichtsstunde mit Ehemaligen einer naturwissenschaftlichen Klasse ist schon in der Planung.

Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit euch!

Olaf Menzel