Geographie
Im Geographieunterricht lernen die Schüler mehr über andere Länder. Dabei handelt es sich sowohl um geografische und naturgeografische Dinge wie Lage auf der Erde, Klimaverhältnisse, Bodenschätze und Oberflächenbeschaffenheit; als auch um politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Verhältnisse.
Erdkunde wird erstmals in der fünften Klasse unterrichtet. Darauf folgt ein Jahr Pause. Von der siebten bis zur neunten Klasse gehört Erdkunde wieder zu den Pflichtfächern. In der Oberstufe ist es bei uns derzeit möglich, einen Leistungskurs zu wählen. Je nachdem in welcher Stufe die Schüler sich befinden, werden noch einmal unterschiedliche Themen behandelt.
In Stufe fünf beginnen die Lehrer damit, den Schülern das Lesen von Karten und das System der Längen- und Breitengrade beizubringen. Die Schüler lernen die Anzahl und die Lage der Kontinente und wo größere Länder wie die USA, Russland, China oder Australien anzusiedeln sind. Außerdem geht der Lehrplan der Schulbehörde kurz auf die größten sechs Religionen ein, kommt aber in Stufe sieben noch einmal ausführlicher darauf zurück. Des Weiteren wird damit begonnen, über Völker wie die Inuit in Grönland oder Nomaden in der Gobi zu sprechen.
Nach der Pause in der sechsten Klasse werden den Schülern in der siebten Klasse Klimazonen der Erde und verschiedene Landschaftsarten wie z.B. die Tundra, den Regenwald, die Wüste, die Antarktis oder die Tiefsee näher gebracht. Dazu werden Extrembeispiele herangezogen, wie die Sahara oder der brasilianische Regenwald.
In Stufe acht und neun wird auf einzelne Länder eingegangen, die USA und ihre Landwirtschaft sind Thema; Japan und seine Industrie; China, das Allroundbeispiel.
Für viele Schüler in den Stufen acht und neun wird Erdkunde trotz des informativen Stoffes und den vielen neuen Zusammenhängen schnell langweilig, gerade dann, wenn sie eigentlich eher etwas Geografisches erwartet hatten. Das hängt laut vielen Schülern damit zusammen, dass, nachdem man anhand der USA mehr über Landwirtschaft erfahren hat, bei dem neuen Thema Indien noch einmal ausführlich über Landwirtschaft gesprochen wird. Außerdem, so ein Schüler, „ist es langweilig, erst für jeden Bundesstaat ein Klimadiagramm zu zeichnen, bevor man interessante Sachen erfährt."
Zwar ist auch das Klima manchmal sehr interessant, aber trotzdem ist die Mehrzahl der älteren Schüler mit dem Fach unzufrieden. Bei den jüngeren dagegen herrscht nach den ersten Stunden Begeisterung: „Das ist echt cool. Ich hätte nie gedacht, dass diese Striche auf der Landkarte so leicht zu verstehen sind", sagt ein Fünftklässler.
Und obwohl die Meinungen umso weiter auseinander gehen je älter die Schüler werden, ist Erdkunde ein Fach für Schüler, die gerne über Zusammenhänge nachdenken, sich für unseren Planeten interessieren und für andere Gedankengänge offen sind. Auch wer für andere Länder und Kulturen offen ist, hat in Erdkunde einen großen Vorteil. Und selbst, wer all das nicht hat oder ist, kann in Erdkunde noch viel darüber lernen, wie die Regierungen in anderen Teilen der Erde mit den Problemen der Wirtschaft, der Politik, der Gesellschaft und des Klimas umgehen und wie sich das auf uns auswirkt. Und dann passt wieder der alte Leitsatz unseres Lehrers Peter Giese für den Erdkundeunterricht:
„Alles hängt mit allem irgendwie zusammen."
Jan Hendrik Braasch
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