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Deutsch am WdG

Deutsch ist neben Englisch und Mathematik das dritte Hauptfach und wird über die gesamte Dauer der Schullaufbahn am Gymnasium unterrichtet.

Der Deutschunterricht ist für die Stufen 5/6, 7/8, 9/10 und die Oberstufe in vier unterschiedliche Arbeitsbereiche aufgeteilt, die eine Klasse innerhalb eines Schuljahres zu absolvieren hat. Dazu gehören:

1. Literatur, Sachtexte und Medien
2. Schreiben
3. Sprechen und Gespräch
4. Sprachverwendung und intuitive Grammatik.

Der Schwierigkeitsgrad und der genaue Stoff hängen dabei natürlich von der Stufe ab. Laut Herrn Warnck, der seit dem Jahr 2002 gemeinsam mit Frau Köchlin Fachvertreter für Deutsch ist, war die Gestaltung der Themen früher nicht nur von der Stufe, sondern auch sehr stark vom einzelnen Lehrer abhängig. Heute dagegen gibt die Schulbehörde Rahmenpläne vor, um eine Vergleichbarkeit der Hamburger Schüler und Schulen zu ermöglichen. Das jedoch macht natürlich die Unterrichtsgestaltung für den Lehrer aufwendiger und führt zu mehr Kooperation.

Trotz der Standardisierung des Deutschunterrichts gibt es auch spezifische Projekte für jede einzelne Stufe. So gibt es in Stufe 5 ein Tierprojekt in Abstimmung mit anderen Fächern, in Stufe 6 wird durch den Vorlesewettbewerb zum Lesen von Büchern angeregt und das Präsentieren der Inhalte geübt. In Stufe 7 wird über Drogen gesprochen, des Weiteren lernen die Schüler während des Balladenprojektes eine Ballade auswendig, lesen diese richtig und setzen sich mit ihr auseinander. Im Hinblick auf das Betriebspraktikum in Stufe 9 wird in der achten Klasse über Bewerbungen gesprochen. Außerdem werden Zeitungsartikel analysiert und geschrieben. Ab Stufe 9 und bis in die Oberstufe werden dann Werke, Autoren und Orte durch Exkursionen und Biografien miteinander in Verbindung gebracht. In der Oberstufe ist der Grundkurs Deutsch Pflichtfach, jedoch kann auch der Leistungskurs Deutsch gewählt werden.

Bei der Auswahl des Unterrichtsstoffes nutzen die Lehrer ihren kleinen Spielraum im Rahmenlehrplan dennoch aus. „Ich lese mit den Schülern das, was mir gefällt und mich interessiert.", sagt Herr Warnck, der seit 25 Jahren Deutsch unterrichtet. Wenn er bei den Schülern auf Ablehnung stößt, überlegt er sich ein anderes Buch. Frau Köchlin dagegen ist seit fünf Jahren an der Schule und geht direkt nach den Wünschen der Schüler, sofern der Lehrplan es zulässt. Gegen den Widerstand der Schüler, so Frau Köchlin, könne man nicht unterrichten. „Man macht sich dabei auch selbst kaputt".

Das Fach Deutsch wird, so Deutschlehrerin Frau Schüler, nicht nur für die Lehrer schwerer, auch die Schüler haben ihrer Meinung nach keine leichte Aufgabe. „Sie müssen viel mehr wissen und umsetzen, früher war das anders. Da konnte ich den Unterrichtsstoff nach den Unterrichtsbedingungen in jeder Klasse neu zusammensetzen. Heute macht das zum größten Teil die Schulbehörde für alle."

Die Schüler selber sehen Deutsch mit gemischten Gefühlen. Die einen finden die Themenbereiche gut, andere dagegen nicht. Einige freuen sich auf Ausflüge nach Weimar oder Husum, ihre Tischnachbarn aber beschweren sich darüber. Dennoch scheint das Fach Deutsch im Allgemeinen beliebt zu sein. So müssen die Lehrer nur sehr selten Schüler unterrichten, die sich dem Unterricht völlig zu entziehen versuchen.

Momentan sind Frau Köchlin und Herr Warnck, unter denen eine organisierte Aufgabenteilung besteht, gerade dabei, die Lehrmittelbücherei im Bereich Deutsch umzugestalten. Ein Ziel sei es, so Herr Warnck, „Spezialbibliotheken" einzurichten: „Es soll nicht mehr 1000 Werke auf einem Haufen geben, sondern durchsortierte Abteilungen, damit die Lehrer gezielt nachschauen können, was sie mit ihren Schülern lesen und durchnehmen können und wollen." Es entstehen Bereiche für die Stufen 5/6, 7/8, 9/10 und die Oberstufe.

Deutsch ist ein vielseitiges Fach. Während der Schullaufbahn gehen die Schüler immer die gleichen Themenbereiche durch, jedoch ist der genaue Inhalt von Mal zu Mal unterschiedlich. Trotz Standardisierung und Vergleichsarbeiten lässt sich der Deutschunterricht noch immer ein wenig auf die Schüler einstellen, nur ist das eben nicht mehr so leicht wie noch vor ein paar Jahren. Und das ist vielleicht auch gut so.

Jan Hendrik Braasch